Christopher Dell im Gespräch mit Julian Rieken

Improvisation als urbane Praxis


Christopher Dell lebt und arbeitet als Theoretiker und Komponist in Berlin. Er gilt laut Reclam Jazzlexikon als der führende Vibraphonist Europas, seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Christopher Dell‘s Interesse gilt Praxen und Organisationsverläufen der zeitgenössischen Stadt. In disziplinübergreifenden Arbeitskonstellationen sucht er relationale Handlungsformen als Verfahren zu konzeptionalisieren und für Gestaltung fruchtbar zu machen. Sein Buch Replaycity“ (Berlin 2011) spielt mit einem „musikalischen“ Verständnis, das städtischen Raum als alltäglich ko-produziert begreift, und entfaltet daraus eine Technologie der Improvisation als urbane Praxis im 21. Jahrhundert.

Dell studierte Philosophie, Musik, Komposition und Organisationsentwicklung an den Universitäten Darmstadt, Hilversum, Rotterdam, Boston und Kaiserslautern. Er leitete das Studio für Improvisation an der Akademie für Tonkunst Darmstadt, war Dozent für Architekturtheorie an der Universität der Künste, Berlin und Professor für Theorie am Lehrstuhl Städtebau/Urban Design an der HafenCity Universität Hamburg. Dort stand er dem UDmetalab, Studio für angewandte Theorie, vor und initiierte gemeinsam mit Bernd Kniess und Michael Koch das Lehr- und Forschungsprojekt „Universität der Nachbarschaften“ (UdN). Dell ist Leiter des ifit, Institut für Improvisationstechnologie, Berlin. Er lehrte u.a an der Architectural Association, London, der University of the Witwatersrand Johannesburg, der Columbia University New York und der Academie for Bouwkunst, Arnhem.